A Vorstellungsgespräch, a Hochzeitsrede, a erstes Date, a Präsentation, wo dein Name in 48er-Schrift auf da Folie steht. Du host deine Sätze durchprobiert, dein Outfit ausgesucht, viermal auf die Uhr g’schaut … und trotzdem flüstert’s im Kopf: „Was, wenn i das jetzt komplett verhaue?“ Da Mund wird trocken,’s Herz legt a Drum-Solo hin, und auf amoi bist da fix überzeugt, dass eh alle das klane Zittern in deiner Stimm merk’n.
Über den Teil red ma irgendwie ned wirklich. Nachher post ma die Fotos: das selbstsichere Lächeln, der polierte Erfolg, die „So dankbar für die Chance“-Caption. Aber die wackligen Minuten davor – allein am Heisl oder beim Blick in die Spiegelung von der Lift-Tür – fühlen sich komisch privat an und irgendwie a bissl peinlich. San’s aber ned. Das is einfach nur sehr, sehr menschlich.
Die gute Nachricht: Du brauchst kan Life Coach, ka Woch’n-Retreat und ka neue Persönlichkeit, damitst dich in den Minuten vor’m Auftritt mutiger fühlst. Du brauchst nur a Handvoll überraschend einfacher Tricks, die genau dann funktionieren, wenn’s drauf ankommt.
1. Red mit dir so, wie’d mit deiner Lieblingsperson reden würdest
Es gibt a ganz spezielle Art von Gemeinheit, die taucht nur im eigenen Kopf auf. Zu ana Freundin würdst vor am großen Interview nie sagen: „Du versaust das eh immer, oder?“ Aber die innere Stimme? Die geht genau dorthin. Die erinnert si an jede peinliche Szene aus 2009 und bringt’s ungefragt wieder mit.
Beim nächsten Mal fang die Stimme ab, während’s grad passiert. Halt wirklich kurz inne und frag di: „Würdi das zu wem sagen, den i lieb?“ Die Antwort is fast immer: nein. Und dann tausch ganz bewusst den Text aus: „Du host di vorbereitet. Dir is es wichtig. Du musst ned perfekt sein, nur da.“ Es fühlt si am Anfang a bissl kitschig an, wie der Text hinten auf ana Achtsamkeits-App – aber sag’s trotzdem.
Selbstvertrauen wächst in dem Spalt zwischen automatischer Selbstkritik und bewusstem Selbst-Support. Du wirst ned über Nacht zu am dauerpositiven Roboter, und des musst a ned. Es reicht, wennst a Spur freundlicher zu dir bist als vor fünf Minuten.
2. Mach die Zwei-Minuten-Power-Pose (a wenn’s dir deppert vorkommt)
Es gibt an Grund, warum Superheld:innen ned mit verschränkten Armen und eingezogenen Schultern herumstehn. Wie du deinen Körper hältst, schickt Signale direkt zurück ins Gehirn – wie a leises Backstage-Gespräch, das’d gar ned bewusst mitkriegst. Wennst aufrecht stehst, fangt da Kopf an zu glauben, dass’d des, was gleich kommt, vielleicht wirklich kannst.
Such da a Platzerl, wo di keiner sieht: a WC-Kabine, a Stiegenhaus, notfalls hinter ana Tür. Stell di fest hin, Füße hüftbreit. Brust a bissl heben, Schultern zurückrollen, Hände in die Hüften oder die Arme weit aufmachen, als würdst den ganzen Raum umarmen. Halt das zwei Minuten. Atme langsam und tief, bis runter in’n Bauch.
Du wirst di a bissl lächerlich fühlen. Passt eh. Lass es zu. Es hat was seltsam Befreiendes, vorm WC-Spiegel heimlich wie Wonder Woman dazustehen, bevor’d ins Boardroom marschierst. Du sagst deinem Nervensystem: Wir san ned in Gefahr – wir ham’s im Griff.
3. Trag a klans Ding, das sich nach „dir“ anfühlt
Es hat a stille Kraft, wennst dir ein Detail aussuchst, das di bei dir verankert. Vielleicht dein Lieblingsring, Socken mit Ananas, die in seriösen Schuhen versteckt san, oder der Lippenstift, der di um 10 % lebendiger fühlen lässt. Diese klane private Rebellion macht aus am furchteinflößenden Termin eher „i, nur in ana anderen Situation“ statt „i tu so, als wär i wer anderer“.
Wir kennen’s alle: Du siehst di im Spiegel und erkennst di fast nimmer. Das zu steife Sakko, die neuen Schuhe, die reiben, die Frisur, die’d probiert host, weil wer auf TikTok g’schworen hat, sie wär „mühelos“. Selbstvertrauen kommt selten von Verkleidungen; es kommt davon, dass’d dich bei jedem Schritt ned fühlst, als würdst lügen.
Such da a Sache aus, die leise sagt: „Des bin trotzdem i.“ Jedes Mal, wennst’s merkst – das Glitzern vom Armband, das weiche Gefühl vom Lieblingspulli unterm Jackett – is es a Erinnerung: Du g’hörst in den Raum, so wie’d bist, ned als irgendeine fiktive Upgraded-Version.
4. Mach an 60-Sekunden-Realitätscheck bei deinen „Katastrophen“-Fantasien
Vor großen Terminen wird die Fantasie zum schlecht erzogenen Drehbuchautor. Auf amoi siehst di, wie’d auf der Bühne stolperst, deinen Namen vergisst oder in a Wand aus gelangweilten G’sichtern reinschaust. Dein Herz kann ned unterscheiden, ob des echt is oder nur erfunden – also reagiert’s, als würd die Katastrophe grad passieren.
Nimm da a Minute und schreib dein Worst-Case-Szenario auf. Sei ruhig dramatisch: „I blockier. Alle lachen. Mein Chef hält mi für an Fehler.“ Dann schreib in a zweite Spalte: „Was würd i dann tun?“ Ned, was’d gern tun würdest, sondern was’d tatsächlich tun würdest. Durchatmen. Um a kurze Sekunde bitten. In die Notizen schaun. Drüber lachen. Weitermachen.
Wenn dein Gehirn sieht, dass es immer an nächsten Schritt gibt, verliert die ausgemalte Katastrophe ihre Zähne. Der Termin is nimmer a Abgrund, sondern a Hügel, den ma raufkraxln kann – a wenn ma kurz ausrutscht. Auf amoi fühlt sich die Angst weniger wie a Untergang an und mehr wie a Wetter, durch das ma durchgehen kann.
5. Iss so, wie’d wen versorgen würdest, der dir wichtig is (und ersauf ned in Koffein)
Es gibt a gewisse zittrige Panik, die kommt gar ned vom Termin, sondern vom dritten Kaffee auf nüchternen Magen. Hände wackeln, Gedanken rasen,’s Herz läuft Runden – und du sagst dir, es is Angst, dabei is ein Teil davon einfach schlechter Treibstoff. Es is schwer, ruhig zu bleiben, wenn dein Körper leise schreit nach was Einfachem – Wasser und a Banane, zum Beispiel.
An großen Tagen: ganz basic. A Toast, a Joghurt, a paar Nüsse – was, das ned wie a Ziegel im Magen liegt, aber di auch ned wegschweben lässt. Trink früher am Tag Wasser, ned nur fünf hektische Schluck im Gang, kurz bevor’d aufgerufen wirst. Wennst Kaffee liebst, passt eh – aber vielleicht ned den extra „Mut-Kaffee“ direkt vorm Reden.
Das is fad, Alltags-Rat, und ehrlich: kaum wer macht’s perfekt. Du musst ned essen wie a Wellness-Guru. Behandel di einfach so, wie’d a nervöses Teenagerl vor Prüfungen behandeln würdest: freundlich, praktisch, ohne Drama.
6. Borg da Selbstvertrauen von deinem Zukunfts-Ich
I kenn an Trick von am Performer. Der hat g’sagt: Bevor er auf die Bühne geht, stellt er sich die Version von sich vor, die grad danach von der Bühne runtergeht. Dieses Zukunfts-Ich is nie perfekt, nie fehlerlos. Aber es steht noch, es atmet noch, und es is immer a bissl stolz, dass es’s gemacht hat.
Mach die Augen für ein paar Sekunden zu und stell da vor, wie’d eine Stunde nach dem Termin bist. Die Rede is vorbei, das Interview, das erste Date. Vielleicht war’s genial, vielleicht a bissl chaotisch – aber es is vorbei. Was macht diese Person? Erleichtert grinsen, am Handy scrollen, ana Freundin schreiben, die Schuhe ausihaun?
Und dann frag di: Was würd das „Nachher-Ich“ jetzt grad, in dem Moment davor, von mir wollen, dass i’s mir merk? Meistens is es sowas wie: „Fang einfach an. Verschwinn ned in deinem Kopf. Du wirst froh sein, dass’d hingegangen bist.“ Dieser Perspektivwechsel zieht di aus der Panik im Jetzt in a etwas ruhigere Zeitlinie, wo’d schon überlebt host.
7. Mach da a mini, private Playlist für deine Nerven
A Soundtrack, der dein Tempo ändert
Musik hackt deine Stimmung schneller als jeder Motivationsspruch. Zwei Lieder können di von wackelig und eingefroren zu „Passt, i schaff das“ in unter sechs Minuten bringen. Der Trick is, Tracks zu wählen, die zu dem Gefühl passen, wo’d hinwillst – ned zu dem, wo’d grad bist.
Bau da a Playlist mit nur drei bis fünf Songs, gespeichert unter am Namen, den nur du verstehst: „Big Girl Energy“, „Do The Thing“ oder einfach „Atmen“. Fang mit was Ruhigem, Erdendem an, dann geh zu was, das di aktiviert – wo die Schultern lockerer werden und der Kiefer sich entspannt. Hör’s am Weg hin oder allein in ana Ecke mit Kopfhörern, während draußen die Leut herumwuseln.
Irgendwann hörst einen von den Songs zufällig im Supermarkt, und dein Körper erinnert si: „Des is die Musik, die i aufdreh, wenn i schwierige Sachen mach.“ Diese Verknüpfung stapelt leise Beweise für di: Du host schon harte Dinge g’schafft – und des schaffst jetzt a.
8. Üb laut – und dann versaust es absichtlich a bissl
Freundschaft schließen mit „unperfekt“
Im Kopf üben is wie Schwimmen lernen aus ana Zeichnung. Du glaubst, du bist bereit – und in dem Moment, wo’d den Mund aufmachst, stolpert die Zunge über die Wörter. Es gibt a gewisse Steifheit, die löst si erst, wennst dich den Satz zumindest einmal laut sagen gehört host.
Stell di in die Küche, ins Schlafzimmer oder ins geparkte Auto und sag’s: den ersten Satz von deiner Präsentation, die Antwort auf „Erzählen S’ was über sich“, die Einleitung für deine Rede. Dann sag’s no amoi – aber diesmal absichtlich a Spur falsch. Stotter, fang neu an, formulier um. Spür die Genervtheit – und merk dann: Du host überlebt. Die Decke is ned eing’stürzt.
Selbstvertrauen kommt ned aus der Fantasie, dass nie was schiefgeht. Es kommt daher, dass’d weißt, dass’d dich fangen kannst, wenn was passiert. Dieses klane Üben von „verhauen und weitermachen“ bringt deinem Gehirn bei: Peinlichkeit is ned tödlich – sie is nur Teil vom Tanz.
9. Konzentrier di auf eine Person, ned auf den ganzen Raum
Wennst „das Publikum“ denkst, wird’s meistens zu so an furchtbaren, gesichtslosen Blob: wertend, gelangweilt, bereit, jeden Fehler zu entdecken. Dein Nervensystem kann mit am Blob ned in Kontakt gehen – also kriegt’s Panik. Aber Räume san ka Blobs. Räume san Gruppen von einzelnen Menschen, und die meisten sorgen sich insgeheim eh grad um sich selber.
Such da immer nur eine Person aus, mit der’d grad redst. Wennst präsentierst, nimm a freundliches G’sicht – wer, der nickt, wer, der neugierig schaut statt kritisch. Sag den nächsten Satz so, als wär er nur für diese Person. Wennst auf am Date bist oder im Interview: schau auf die Augenfarbe, wie die Hand um die Tasse greift, die klanen Details, die di ins Jetzt holen.
Wennst das „Publikum“ auf einen Menschen runterskalierst, geht dieses Performance-G’fühl runter. Du lieferst ka perfekte Show für a Menge – du teilst was mit einer Person nach der anderen. Das is Kommunikation im Kern, unter dem ganzen Druck.
10. Entscheide, was „Erfolg“ für di diesmal wirklich heißt
Viel von unserer Angst davor kommt von am stillen, unmöglichen Maßstab. Irgendwo hinten im Kopf heißt „Erfolg“ vielleicht heimlich: ka Stolpern, alle mögen di, ka peinliche Stille, sofortige Beförderung, Feuerwerk, Konfetti, Film-Ende. Kein Wunder, dass die Hände wackeln.
Bevor’d reingehst, setz dir leise a kleineres, echteres Ziel. „I will in der ersten Minute klar reden.“ „I will zwei echte Fragen stellen.“ „I bleib in meinem Körper und verschwind ned in den Autopilot.“ Des san Siege, die’d kontrollieren kannst – a wenn das Ergebnis (Jobzusage, zweites Date, Applaus) ned ganz in deiner Hand liegt.
Eine von den befreiendsten Erkenntnissen is: Selbstvertrauen heißt ned, a perfektes Ergebnis zu garantieren – es heißt, als du selbst aufzutauchen, grad bei den unperfekten. Wennst dich an Mut misst statt an Applaus, verschiebt sich was. Dann is jeder große Termin nimmer a Urteil über deinen Wert, sondern einfach a weiterer Moment in ana viel größeren, chaotischeren, gnädigeren G’schicht.
Und vielleicht is das das leise Geheimnis hinter dem Ganzen: Du wirst ned zuerst selbstsicher und machst dann das Gruselige. Du machst das Gruselige, während’d dich alles andere als bereit fühlst, mit rasendem Herz und schwitzigen Handflächen – und nachher merkst: „Ah. I hab’s wirklich gemacht.“ So wächst Selbstvertrauen: ned in der Theorie, ned in Sprüchen an der Wand, sondern in diesen klanen, wackligen, sehr echten Schritten hin zu dem Leben, das’d wirklich willst.
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