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Ein Finanzexperte erklärt, warum das Kündigen kleiner Abos allein nicht reich macht.

Zwei Personen betrachten Symbolskizzen in einem Notizblock, eine hält ein Smartphone mit Übersetzungs-App, Tisch mit Kaffeebe

Du kennst sicher dieses kleine G’fühl von Schuld, wennst bei irgendeiner App, die du eh kaum nutzt, auf „Abo fortsetzen“ tippst – um £4,99. Vielleicht a Meditations-App, a bisserl extra Cloud-Speicher oder scho wieder a Streamingdienst, den du „dieses Wochenende“ ganz fix kündigst. Und du hast auch diese Geld-Tipps-Threads g’lesen: die, die dir einreden, dein täglicher Latte und Spotify seien der Grund, warum du ka Millionär bist. Also sitzt du an am Sonntagvormittag mit Kaffee in der Hand, machst dein Banking auf und startest die große Säuberung. Abmelden. Kündigen. Opt-out. Irgendwie fühlst dich tugendhaft – als wärst grad einem geheimen Millionärs-Club beigetreten.

Dann kommt der Zahltag. Und die Zahl am Konto schaut trotzdem net wirklich anders aus. In der dritten Woche bist noch immer knapp bei Kasse, starrst noch immer auf denselben Kreditkartenstand und fragst dich noch immer, wo’s alles hing’rennt is. Und genau da schleicht sich dieser unangenehme Gedanke ein: Was, wenn das Streichen von Mini-Abos gar net der Zaubertrick is, als der’s uns verkauft wird?

Der Tag, an dem a Geld-Experte die „alles kündigen“-Fantasie g’killt hat

Das erste Mal, wie i an Finanzexperten ganz ruhig sagen gehört hab: „Nur weil’s Netflix kündigst, wirst net reich“, is im Raum tatsächlich still word’n. Er hat bei so einem Lunch-&-Learn in der Firma g’redet – die Art Termin, wo die Leut halb wegen dem gratis Sandwich hingehen und halb wegen der Lebensweisheiten. Alle waren bereit: Notizen, Stift offen, wartend auf a Liste von Apps zum Löschen und Kaffees zum Opfern. Stattdessen hat er bissl gelangweilt g’schaut, als würd ihn das ganze Abo-Drama net amal reizen.

Er hat Mark g’heißen, Finanzplaner, mit dieser nervig entspannten Ausstrahlung von jemandem, der seine Pension scho maximal ausg’schöpft hat. Er klickt zur nächsten Folie: a nackte Zahl, £9,99. Dann die nächste: £1.000.000. „Eines davon“, sagt er, „is der Preis von einem Monatsabo. Das andere is das Vermögen, das ihr insgeheim aufbauen wollts, indem’s das Abo kündigts. Die zwei leben net im selben Universum.“ Die Leut sind auf ihren Sesseln herumg’rutscht. A Frau zwei Reihen vorn hat sogar die Budget-App zug’macht, die sie grad stolz ihrer Kollegin zeigt hat.

Mark hat net g’sagt, kleine Ausgaben seien wurscht. Er hat g’sagt, wir richten die Kamera aufs Falsche. „Ihr fixiert’s euch auf die Brosamen“, sagt er, „und ignoriert’s das ganze Brot.“ Und das Unangenehme dran: Manche von uns regen sich lieber über a £6,99-Musik-App auf, als dass sie die großen, unordentlichen Entscheidungen angehen, denen sie seit Jahren ausweichen.

Warum ma an den Kleinigkeiten picken bleibt: Kontrolle, Scham und der £3,50-Kaffee

Wir kennen’s alle: du starrst deinen Kontoauszug an, als wär’s a Tatort. Da steht’s: £3,50 für Kaffee, £7,99 für a Streamingdienst, £4,99 für a App, die du in einem Anflug von Optimismus runtergeladen hast. Es is leicht, jedes einzelne zu markieren und zu sagen: „Das is das Problem.“ Kleine Zahlen wirken lösbar. Du kannst jetzt sofort was kündigen. Morgen kannst „Nein“ zum Kipferl sagen. Kontrolle – sofort und sichtbar.

Mark is da voll reing’gangen. „Ihr seid net deppert, nur weil’s Abos kündigts“, hat er g’sagt. „Ihr versucht’s nur, euch in a System, das sich oft wie g’riggt anfühlt, wieder in den Griff zu kriegen.“ Die kleinen Kürzungen sind emotional befriedigend, weil’s so simpel sind: Tippen, abmelden, tugendhaft fühlen. Währenddessen sind die großen Themen nebelig: Pension, Investieren, Gehaltsverhandlungen, Wohnentscheidungen. Dafür braucht’s Lernen, Zeit und manchmal Ablehnung. Ka Mensch kriegt an Dopamin-Schub, wenn er am Sonntagabend Steuerfreibeträge durchliest.

Und dann is da die Scham. Cancel Culture – aber für dein eigenes Leben. So viele Money-Influencer haben die Latte-Geschichte so reing’hämmert, dass die Leut wirklich glauben, der Wohlfühlkaffee sei der Grund, warum sie sich ka Wohnung kaufen können. Es is leichter, Spotify die Schuld zu geben, als zuzugeben, dass dein Gehalt mit der Miete net mitg’halten hat – oder dass du nie um a Gehaltserhöhung g’fragt hast, weil dir schon beim Gedanken dran die Brust eng wird. Kleine Dinge streichen fühlt sich wie Strafe an; große Dinge reparieren fühlt sich wie Konfrontation an.

Was Mark wirklich g’sagt hat: die Mathematik, die a bissl weh tut

Der echte Effekt von Mini-Kürzungen

In der Session hat Mark a simples Beispiel gebracht, das bei mir picken blieb. „Sagen wir, du kündigst Abos im Wert von £40 im Monat“, sagt er. „Das sind £480 im Jahr. Über zehn Jahre, ohne Investieren, sind das £4.800 Ersparnis. Net nix, oder?“ Die Leut haben g’nickt. Das is a g’scheiter Urlaub. A kleiner Notgroschen. A bissl Luft.

Dann hat er rausgezoomt. „Jetzt stell dir vor, du verdienst £35.000 und fragst die nächsten zehn Jahre nie um mehr als das absolute Minimum. Du schwimmst mit. Du vermeidest das unangenehme Gespräch mit der Führungskraft. Im Vergleich zu jemandem, der push’t und ein paar Mal den Job wechselt, kannst dir zigtausende Pfund an zusätzlichem Einkommen entgehen lassen. Vielleicht über £100.000 über a Karriere.“ Diesmal war die Stille schwer. Man hat förmlich gehört, wie Leut innerlich jedes „Ja eh, passt schon“ bei einer mittelmäßigen Gehaltsrunde nochmal durchg’spielt haben.

Sein Punkt war net, kleine Kosten zu verhöhnen. Sondern sie dort einzuordnen, wo’s hingehören: am Rand. „Wenn’s bei dir brennt“, sagt er, „fangst net damit an, Teelichter auszublasen.“ Der Satz hat mehr g’stochen, als irgendwer zugeben wollt. Weil tief drinnen wissen viele, dass sie Kerzen umstellen, während die Küche schon schmort.

Die drei Hebel, die wirklich was bewegen

1. Einkommen: der Hebel, den ka Budget-App für dich drückt

Seien wir ehrlich: Ka Mensch aktualisiert sein Budget-Spreadsheet wirklich jeden Tag, egal was Money-TikTok sagt. Das Leben is zu voll mit langen Wegen, Kinder bringen/holen und um 21 Uhr am Sofa zsammklappen mit halbwarmem Abendessen. Aber das eine, was still und leise alles prägt, is das Einkommen. Was wirklich Monat für Monat auf deinem Konto landet, is viel mächtiger als alles, was du bei einer Foto-Storage-App einsparen kannst.

Mark hat g’sagt, er verbringt viel mehr Zeit damit, Klient:innen beim besseren Gehalt zu coachen als beim Fitnessstudio-Abo kündigen. „Wenn du um £5.000 im Jahr unterbezahlt bist, sind das über £400 im Monat. Du kannst jedes Abo kündigen, das du hast, und kommst trotzdem net annähernd hin.“ Diese Art von trockener Rechnung macht, dass du dein Banking am liebsten wieder z’klappst und stattdessen deinen Lebenslauf aufmachst. Net glamourös, aber brutal klar.

Er hat über kleine, praktische Schritte g’redet: a „Brag Document“ führen mit dem, was du in der Arbeit erreicht hast, Markt-Gehaltsbänder für deinen Job ausdrucken, die konkreten Sätze üben, die du im Gehaltsgespräch sagen wirst. Nix davon schaut so Insta-ästhetisch aus wie „Disney+ gekündigt“ abhaken. Aber über zehn Jahre? Tag und Nacht. Vermögen baust auf, indem du den Fluss größer machst – net indem du jede Mini-Leckage manisch abdichtest.

2. Große Fixkosten: Miete, Kredit und die Stadt, in der du wohnst

Wenn Einkommen der Fluss is, dann sind Fixkosten die Landschaft, durch die er fließt. Wohnen – speziell im UK – is der riesige Felsbrocken mitten drin. Mark hat Fallbeispiele gezeigt: zwei Menschen mit demselben Gehalt, einer wohnt mitten im schicken Stadtzentrum und zahlt Premium-Miete, der andere fährt 20 Minuten mit dem Zug und spart £400 im Monat. „Wer von den beiden panikt mehr wegen Netflix?“, hat er leise g’fragt.

Das sind Entscheidungen, die sich schwer anfühlen, weil’s mit Identität verheddert sind. Ziehst für a Jahr wieder zu den Eltern, um Schulden abzubauen, obwohl’s am Stolz kratzt? Teilst dir mit 30+ noch a WG, während auf Instagram alle scheinbar a graues Sofa und große Schiebetüren haben? Das passt in kan sauberen Budget-Tipp. Das is Leben – mit Emotionen und Kompromissen.

Marks Rat war nie „zieh halt billiger hin“ oder „kauf so schnell wie möglich a Haus“. Er war differenzierter: Setz dich mit echten Zahlen hin, net mit Vibes. Kannst £200 im Monat sparen, wenn du Gegend oder Mitbewohner:in wechselst? Is a längerer Arbeitsweg die Hölle oder geht’s eh? Die Ersparnis aus einer großen Entscheidung kann still und leise das übertreffen, was du durch das Kündigen von jeder App am Handy rausholst.

3. Investieren: wo kleine Beträge endlich wirklich zählen

Das einzige Mal, wo Mark beim Thema kleine Summen richtig aufg’blüht is, war beim Investieren. Net Krypto-Zockerei oder dramatisches Daytrading. Sondern langweiliges, wiederholbares Investieren, das „zu simpel“ wirkt, um mächtig zu sein. „Da“, sagt er, „kann klein absolut groß werden. Aber nur, weil die Zeit den Großteil der Arbeit macht.“

Er hat wieder a Folie gezeigt. „Wenn du ab deinen späten Zwanzigern £150 im Monat in Pension oder in a Stocks-&-Shares-ISA investierst und der Markt im Schnitt, sagen wir, 5–7% pro Jahr über Jahrzehnte bringt, kann das bis in deine Fünfziger oder Sechziger auf sechsstellige Beträge anwachsen.“ Skeptische Augenbrauen. Viele im UK blinzeln beim Wort „Aktien“, als wär das was, das nur Amerikaner in Filmen sagen.

Dann kam die Pointe: „Wenn dir das Kündigen von ein paar Abos diese £150 freispielt – super. Aber das Vermögen kommt vom Investieren, net vom Kündigen.“ Auf einmal war alles anders gerahmt. Kleine Cuts waren nimmer der Held der Story, sondern der Sidekick für einen größeren Plan. Die Magie liegt net im Verzicht, sondern in der Richtung.

Die emotionale Falle: wenn „brav sein“ mit Geld dich festnagelt

Es gibt so einen komischen Stolz, „die Person“ zu sein, die auf nix Lustiges Geld ausgibt. Du kennst den Typ: sagt zu jedem Brunch „nein“, hält Freund:innen Vorträge, wie sie mit Lieferessen „Geld verschwenden“, und seufzt extra laut, wenn wer a Wochenendtrip vorschlägt. Manchmal steckt unter dem Märtyrertum echte Angst. Angst, nie was Eigenes zu besitzen. Angst vor der Pension. Angst, immer die Person zu sein, die sagen muss: „I kann ma des net leisten.“

Mark hat was g’sagt, das in einem Raum voller ernsthafter Sparer fast ketzerisch klingt: „Wenn euer ganzer Plan auf Entbehrung basiert, is es wahrscheinlich a schlechter Plan.“ Die Leut haben so nervös gelächelt – wie wenn wer grad auf a blaue Stelle drückt. Weil was, wenn du nach all dem Kündigen, Streichen und Cent-Zählen die großen Dinge trotzdem net bekommst? Wo lässt dich das? Erschöpft, grantig und um Mitternacht noch immer am Konto-App scrollen.

Der Wahrheitsmoment war, wie er g’sagt hat: „Auf’m Sterbebett wirst dich net dran erinnern, dass du 2024 tapfer dein Pro-Canva-Abo gekündigt hast.“ A Welle von Lachen ging durch den Raum, aber darunter war was anderes: a leise Erlaubnis, Sparsamkeit nimmer mit moralischer Überlegenheit gleichzusetzen. Geld is ka Reinheitsprüfung. Es is a Werkzeug. Der Punkt is net, mit der niedrigsten Spotify-Rechnung zu sterben. Der Punkt is, a Leben zu bauen, das dich net jede Nacht wachhält, während du im Dunkeln stille Rechnungen machst.

Also: Solltest überhaupt was kündigen?

Da is Mark wieder zurück zum Anfang. Er hat net gedankenloses Ausgeben verteidigt, und er war sicher net von irgendeiner Streamingplattform gesponsert. „Wenn du Schulden hast, oder praktisch ka Ersparnisse, oder dein Kontoüberzug schreit dich an“, sagt er, „dann ja, schau dir deine Abos unbedingt an. Aber tu net so, als würd das allein dein Schicksal ändern.“ Dieses Wort – Schicksal – hat ein paar von uns ins Sandwich schnauben lassen, aber es hat g’sessen.

Sein praktischer Zugang war fast langweilig in seiner Ruhe: Druck dir deine letzten drei Monate Kontoauszüge aus oder lad sie runter. Geh’s mit einem Stift durch – net im Stress am Handy bei der Bushaltestelle. Mach drei Kategorien: Sachen, die du liebst und nutzt; Sachen, die du vergessen hast; Sachen, die du geglaubt hast zu brauchen, aber nie angreifst. Kündig das tote Gewicht. Behalt, was deinen Tagen wirklich Farbe gibt. Und dann – erst dann – entscheide, was das frei gewordene Geld tatsächlich tun soll.

Wenn’s einfach im allgemeinen Chaos deines Konsums versickert, ändert sich nix. Wenn du’s umleitest – automatisch – in Sparen, Pension, ISA, dann kippt die Geschichte. A gekündigtes Abo is nur a lose Münze am Tisch; a Dauerauftrag in deine Zukunft is, wie wenn du sie endlich aufhebst. Genau den Schritt lassen die meisten aus – und wundern sich dann, warum sie nach sechs Monaten net plötzlich reich sind.

Der Moment, wo dir klar wird: Die echte Arbeit is net am Handy

Später an dem Tag, wie die Leut wieder zu ihren Schreibtischen zurück sind, hab i im Gang Gesprächsfetzen aufg’schnappt: „I muss wirklich um die Gehaltserhöhung fragen.“ „Wir könnten nächstes Jahr umziehen, wenn wir’s ernst meinen.“ „I mach vielleicht endlich so a ISA auf.“ Der Glow von „i hab drei Apps gekündigt“ war schon verblasst. Übrig blieb was Schwereres, aber auch Hoffnungsvolles: das Gefühl, dass größere Hebel greifbar sind – nur halt eingerostet, weil man sie lang nimmer benutzt hat.

Am Abend bin i bei mir am Küchentisch g’sessen, Laptop offen, im Hintergrund das leise Brummen vom Kühlschrank, und der G’ruch von angebranntem Toast hing noch in der Luft. I hab zwei Abos gekündigt, die mir wirklich wurscht waren. Und dann hab i den Teil gemacht, den i immer auslassen hab: i hab a Dauerauftrag in ein Investmentkonto eingerichtet und mich an den E-Mail-Entwurf erinnert, der stur in meinem Postausgang liegt – die Bitte um ein Gehaltsgespräch. Das Unangenehme. Das Erwachseneng’zeug.

Kündig die kleinen Dinge, die dir nix bringen. Lass die bleiben, die du wirklich magst. Aber wenn du die Form von deinem finanziellen Leben wirklich verändern willst, schau von deiner Abo-Liste auf. Die großen Schritte warten dort, wo’s sich g’fährlicher anfühlt – verletzlicher, weniger sofort befriedigend. Dort versteckt sich meistens der Wohlstand – und komischerweise auch das echte Gefühl von Ruhe.

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