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Herzexperten raten Senioren, keine heißen Getränke über 65°C zu trinken, weil diese plötzliche Gefäßerweiterungen verursachen können.

Eine Person misst die Temperatur von Tee mit einem digitalen Thermometer, dabei zeigt es 65,2 Grad an.

Margaret, 72, gießt des Wasser direkt auf an Teebeutel, der Häferl is fast z’haaß zum Anfassen. Ihre Händ zittern a bissl, eher vom Alter als von der Hitz, aber sie wartet net. Erster Schluck, Augen zua, a klaner Seufzer der Erleichterung. Sie hat ka Ahnung, dass da Tee in ihrem Häferl knapp bei 90 °C liegt.

Auf da andern Seitn von da Stadt erklärt a Kardiolog in ana Ordination ana Patientin, dass ihre Blutgefäße innerhalb von Sekunden auf Temperaturwechsel reagieren. „Stellns si vor, Sie dreh’n an Hahn von kalt auf haaß mit am Griff“, sagt er und zieht a Linie auf am Schema von ana Arterie.

De zwoa Szenen passieren im selben Land, am selben Wintervormittag. Nur einer von ihnen weiß, dass a Getränk über 65 °C a plötzliche Gefäßerweiterung auslösen kann, die a älteres Herz womöglich gar net mag.

Da unsichtbare Schock, der si im haaßen Häferl versteckt

Stell da a Café um 10 in der Früh vor: vü graue Köpfe, Gehstöcke, leise Gespräche – und brühend haaße Getränke. Da Barista gießt kochends Wasser direkt in dicke Tassen, stellt’s hin, und da Raum füllt si mit dem Zischen vom abkühlenden Dampf. Kana misst Temperatur. D’Leit blasen drüber, sagen „pippend haaß“, und trinken trotzdem.

Fürs Herz kann des mehr als nur gemütlich sein. Wenn sehr haaße Flüssigkeit Mund und Hals trifft, entspannen si die Blutgefäße dort und weiten si schnell. Des kann si durchs Kreislaufsystem fortsetzen – besonders bei älteren Menschen, deren Arterien eh scho steifer oder enger san. Des Komfort-Ritual, des da Kopf liebt, kann sich als klaner kardiovaskulärer Stresstest tarnen.

Kardiologinnen, die täglich mit Seniorinnen arbeiten, sagen: Über des red ma selten. Ma red über Salz, Cholesterin, Blutdrucktabletten. Aber kaum über die Temperatur vom Tee. Dabei können wiederholte Spitzen von plötzlicher Erweiterung – gefolgt von kompensatorischem Engerwerden – für a Herz, das eh scho viel hacklt, relevant sein. A Gefäßsystem mit 75 passt si schlicht net so schnell an wie mit 35.

Forscherinnen, die Temperatur und Gefäße untersuchen, beschreiben’s ganz einfach: heiße Flüssigkeit, rasche Erweiterung, Blutdruckverschiebungen. Bei jungen, gesunden Menschen is des meistens nix Dramatisches. Bei jemandem mit fragilen Arterien oder Angina-Vorgeschichte kann dieselbe Reaktion Brustdruck verstärken, Schwindel auslösen oder zu Herzrhythmusproblemen beitragen. *Der Körper versucht alles stabil zu halten, während die Gefäße kurz ihr eigenes Programm fahren.

Was Expertinnen älteren Patientinnen inzwischen über „z’haaß“ sagen

In Herzambulanzen (z. B. in Großbritannien) rutscht a neue Empfehlung ganz leise in die Beratung: Getränke net heißer als 65 °C. Net nur wegen da Speiseröhre (da is das Risiko schon länger bekannt), sondern um grobe thermische Schocks für empfindliche Gefäße zu vermeiden. Die Zahl is net zufällig: Oberhalb von rund 65 °C steigt die Wahrscheinlichkeit, dass Schleimhaut und Gefäßinnenwände Mikroverletzungen und übertriebene Reaktionen zeigen.

Viele Kardiologinnen raten Seniorinnen inzwischen, Getränke wie Suppe zu behandeln: a paar Minuten stehen lassen, probieren, dann langsam schluckweise trinken. A einfaches Küchenthermometer zeigt oft, wie extrem die gängigen Gewohnheiten sind. Wasser kurz nach’m Aufkochen? Rund 95–100 °C. Nach 5–7 Minuten? Oft immer no über 70 °C. Erst nach ca. 10–15 Minuten in am typischen Häferl rutscht’s meistens in an sichereren Bereich.

A Londoner Kardiolog beschreibt a Muster, des er jeden Winter sieht: mehrere ältere Patient*innen, die nach „am haaßen Häferl Tee“ kurze Schwindelanfälle berichten oder plötzlich Herzrasen mitten am Vormittag spüren. Viele nehmen außerdem starke Blutdruckmittel oder Nitrate, die Gefäße ohnehin erweitern. Wenn dann no a fast kochends Getränk draufkommt, muss des Nervensystem hektisch gegensteuern.

Statistisch is die G’schicht no im Werden. Große Langzeitstudien zu Getränketemperatur, Gefäßerweiterung und akuten Herzereignissen bei Seniorinnen san selten. Viel Warnung kommt aus kleineren physiologischen Studien plus dem, was Ärztinnen am Krankenbett sehen. Sie beobachten Blutdruck, der nach „Hot-Drink“-Tests rauf und runter geht. Sie sehen feine Rhythmusänderungen, die direkt nach dem ersten brennend heißen Schluck auftreten. Es is noch ka endgültiges Urteil – aber für vorsichtige Kliniker*innen is es a klarer Warnhinweis.

Für ältere Menschen mit koronarer Herzkrankheit, Herzschwäche oder langjährigem Bluthochdruck is die Logik einfach: Warum vermeidbaren Stress auf a System draufpacken, des eh bei jeder Stiege, jedem schweren Sackerl und jedem kalten Morgen verhandeln muss? Es geht net drum, Angst vor Tee oder Kaffee zu schüren – sondern die Extreme zu zähmen. Und da fangt’s halt bei der Temperatur an.

Kleine Ritual-Änderungen, die ältere Herzen still schützen

Wie schaut „unter 65 °C“ im echten Leben aus, außerhalb vom Labor? Praktisch heißt’s: a Pause einbauen. Wasser aufkochen, Getränk machen, dann das Häferl 8–10 Minuten stehen lassen, während ma was anderes tut. Wennst zurückkommst, is es meist in an sichereren, immer no angenehmen Bereich. Wer’s genau mag: a günstiges Küchenthermometer sagt’s dir. Die meisten merken schnell, dass „angenehm trinkbar“ oft irgendwo zwischen 55 °C und 60 °C liegt.

A einfache Methode, die Herzspezialist*innen gern empfehlen, is des „zweistufige Eingießen“: Häferl halb voll mit frisch gekochtem Wasser, dann auffüllen mit Wasser in Raumtemperatur oder mit kalter Milch. Des senkt die Temperatur oft sofort in Richtung 60er. A anderer Trick: dünnere Tassen statt schwerem Steingut verwenden – die geben Hitze schneller ab und liefern a taktiles Signal. Wennst das Häferl net länger als a paar Sekunden halten kannst, is es wahrscheinlich noch z’haaß.

Manche Patient*innen mit Gleichgewichtsproblemen oder Ohnmachtsgeschichte kriegen den Rat, für die ersten Schluck zu sitzen. Aufstehen, an großen Schluck fast kochenden Tee nehmen und dann gleich weitergehen is a Dreifachbelastung: Hitze, Bewegung, Blutdruckverschiebung. Sitzen, warten, langsam schluckweise trinken – des unterbricht die Kette. Es is ka glamouröse Medizin. Aber genau in diesen leisen, wiederholbaren Momenten kippen Gesundheitsverläufe oft in die eine oder andere Richtung.

Auf menschlicher Ebene is so a alte Gewohnheit zu ändern oft zach. Heißgetränke san Kultur, Trost und Identität – besonders bei älteren Brit*innen. A pensionierter Busfahrer in Manchester hat seinem Arzt gestanden: „I mog’s so haaß, dass ma d’Brünn glast.“ Wie er von der plötzlichen Gefäßerweiterung gehört hat, hat er net den Teekessel wegg’haut. Er hat a kleines Thermometer gekauft und a Spiel draus gmacht – mit den Enkerln Temperaturen raten, bevor’s nachschauen.

Und dann is da die ehrliche Wahrheit vom Alltag: Kana stoppt jede Tasse mit da Stoppuhr. D’Leit san in Eile, es is kalt, die Nachrichten lenken ab. Drum konzentrieren sich Expert*innen oft auf einfache, merkbare Anpassungen: warten, bis das Häferl angenehm in der Hand liegt; bei jedem Schluck drüberblasen; net trinken, solange die Oberfläche noch wild dampft. Solche Hinweise san für die meisten leichter umzusetzen als abstrakte Zahlen.

Auf der anderen Seite fühlen sich manche ältere Menschen von „no ana Regel“ gemaßregelt. Herzpfleger*innen in Community-Gruppen versuchen’s anders zu rahmen: Es geht drum, dem hart arbeitenden Herzen Druck zu nehmen – net drum, dir die Freude zu stehlen. Von „kochend haaß“ auf „warm-haaß“ umzusteigen ändert selten den emotionalen Trost vom Ritual – nur die Temperaturkurve, mit der deine Gefäße klarkommen müssen.

A älterer Kardiolog hat’s seinen Patient*innen so z’sammgfasst:

„Denkt’s an euer Herz wie an an Veteran, net wie an an Rookie. Es hat viel g’sehen, es hat sei Pflicht getan – und es braucht ka Überraschungs-Übungen bei 90 Grad Celsius.“

Für ältere Leser*innen, die sich fragen, was sie am Montag in der Früh konkret tun sollen, kommen aus Ordinationen und Herz-Reha-Gruppen immer wieder ähnliche Vorschläge:

  • Getränke mindestens 8–10 Minuten abkühlen lassen, bevor der erste Schluck kommt – besonders, wenn kochends Wasser verwendet wurde.
  • Lieber „angenehm haaß“ als „zungenverbrennend“ – wenn’s brennt, is es für die Gefäße wahrscheinlich auch z’haaß.
  • Wer starke Herz- oder Blutdruckmedikamente nimmt, soll besonders sanft mit Temperatursprüngen umgehen (heiße Bäder, Sauna, heiße Getränke).
  • Mit Hausärztin oder Kardiologin reden, wenn nach sehr heißen Getränken Schwindel, Herzklopfen oder Brustenge auftreten.
  • Die Umstellung mit der Familie teilen, damit dir aus Gutmütigkeit net ständig kochends Wasser nachg’schütt wird.

A leisere Art von Herzschutz, über die ma selten red

Dass a einfache Tasse Tee a älteres Herz a bissl „anschupfen“ kann, fühlt sich fast unanständig an. Ma is gewohnt, Zigaretten, Bewegungsmangel oder extremen Stress verantwortlich zu machen. A Wasserkocher schaut net gefährlich aus. Genau drum gewinnt das Thema bei Herzexpertinnen für Seniorinnen an Gewicht: so viele kleine Alltagsbelastungen fürs Gefäßsystem san unsichtbar – bis sie’s nimmer san.

Wennst einmal von plötzlicher Gefäßerweiterung durch sehr heiße Getränke gehört hast, siehst du’s Muster auch anderswo: der Schock beim Einstieg in a brühend heißes Bad, der Dampfstoß beim Aufmachen vom Geschirrspüler, die Gewohnheit, Suppe sofort nach’m Herd zu löffeln. Nix davon is allein der Bösewicht. Zusammengenommen – über Monate und Jahre – ergibt’s a leisen Hintergrundrhythmus aus thermischen „Jolts“, den a älterer Kreislauf schlucken muss.

Wir kennen alle den Moment, wo a Getränk so heiß war, dass die Zunge stundenlang taub war. Das is Gewebsschaden, den ma spürt; stell da jetzt die viel zartere Gefäßinnenwand vor, die ma gar net spürt. Die Botschaft von Herzspezialist*innen is net, in Angst vor Hitze zu leben, sondern die Kontrolle drüber zurückzuholen. Temperatur is einer der wenigen kardiovaskulären Faktoren, die ma buchstäblich in der Hand spürt, bevor sie die Arterien betrifft.

Beim nächsten Mal, wenn der Wasserkocher abschaltet, steckt zwischen Dampf und Schluck a kleine Entscheidung. Du kannst’s weitermachen wie immer – oder du lässt das Häferl a bisserl stehen, schaust zu, wie der Dampf weniger wird, redest vielleicht kurz mit wem, während’s abkühlt. Am Papier is es nur a Minute oder zwoa. In deiner Brust kann’s – für a Herz, das dich durch Jahrzehnte getragen hat – a Moment unerwarteter Freundlichkeit sein, den’s wert is, mit den Menschen zu teilen, die du liebst.

Kernpunkt Detail Nutzen für Leser*innen
65 °C-Schwelle Darüber reagieren Gewebe und Gefäße eher mit plötzlicher, teils aggressiver Erweiterung – für a älteres Herz potenziell belastend. Wissen, wo die Risikozone liegt, um die Getränketemperatur anzupassen.
8–10 Minuten Pause Nach dem Aufkochen sinkt die Temperatur durchs Stehenlassen meist unter die kritische Schwelle. Einfacher Handgriff, leicht in den Alltag integrierbar – ganz ohne Spezialgerät.
Warnsignale Schwindel, Herzklopfen oder Brustenge nach sehr heißen Getränken sollten medizinisch abgeklärt werden. Hilft, Körpersignale zu erkennen, die ma net ignorieren sollt.

FAQ:

  • Wie heiß is „z’haaß“ für a Getränk bei Senior*innen? Ab ungefähr 65 °C steigt das Risiko für plötzliche Gefäßerweiterung und Reizung vom Gewebe. Viele Expert*innen empfehlen für’s regelmäßige Trinken eher 55–60 °C.
  • Brauch i a Thermometer für Tee und Kaffee? Net unbedingt. Wennst das Häferl bequem halten kannst und schluckweise trinken kannst, ohne dir die Zunge zu verbrennen, bist meist unter dem riskanteren Bereich. A Thermometer hilft am Anfang, das Gefühl dafür zu lernen.
  • Können sehr heiße Getränke allein a Herzinfarkt auslösen? Allein eher selten. Bei vulnerablen Menschen können sie zu Blutdruckschwankungen oder Rhythmusänderungen beitragen und so zusätzlichen Stress auf a ohnehin empfindliches Herz legen.
  • Betrifft das nur Menschen mit diagnostizierter Herzerkrankung? Hauptsächlich ja – Senior*innen mit KHK, Herzschwäche, Bluthochdruck oder unter starken Herzmedikamenten san besonders relevant. Trotzdem san sanftere Temperaturen für die Gefäße von allen sicherer.
  • Soll i mit zunehmendem Alter Tee und Kaffee ganz aufgeben? Nein. Es geht drum, wie du’s trinkst, net ob du’s trinkst. A bissl abkühlen lassen und langsam trinken erhält den Komfort und entlastet das Herz-Kreislauf-System.

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